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Betrieblicher Gleichstellungsbericht

Gleiche Chancen, Teilhabe und Integration: Entwicklung und Umsetzung
neuer Instrumente gleichstellungsorientierter Personalpolitik

Ein Modellvorhaben
Betrieblicher Gleichstellungsbericht
Gleiche Chancen, Teilhabe und Integration: Entwicklung und Umsetzung neuer Instrumente gleichstellungsorientierter Personalpolitik
Ein Modellvorhaben

Ein zentraler Schlüssel zur Gleichbehandlung in der Arbeit, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter und Behinderung, liegt in der Ausgestaltung der betrieblichen Personalpolitik.

Diese Feststellung ist unwidersprochen. Aber wie sieht es mit der Umsetzung aus?

Im Jahre 2000 veröffentliche INFIS die vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) geförderte und vom DGB Nordrhein-Westfalen unterstützte

Broschüre "Alltägliche Fremdenfeindlichkeit im Betrieb und gewerkschaftliche Politik".

Darin wurde u.a. empfohlen, Betriebe zu einem jährlichen betrieblichen Gleichstellungsbericht zu verpflichten. Betriebe veröffentlichen zwar eine Unmenge an Berichten, aber einen Bericht über das zentrale Verfassungsgebot von Gleichstellung und Gleichbehandlung erscheint bisher nure in Ausnahmefällen.

INFIS führte deshalb eine Reihe von betrieblichen Vorstudien durch, um Möglichkeiten und Nutzen eines betrieblichen Gleichstellungsberichtes praktisch zu erproben. Fazit dieser Vorstudien: Ein betrieblicher Gleichstellungsbericht ist ein geeignetes Hilfsmittel für Betriebs- und Personalräte sowie die Personalabteilungen, Ungleichbehandlung sichtbar zu machen, "problematische" Felder der Personalpolitik zu identifizieren, zur Versachlichung der Debatte um Gleichbehandlung / Diskriminierung beizutragen, und - vor allem - zielgerichtete betriebsangepasste Konzepte und Strategien für Gleichstellung zu entwickeln. Darüber hinaus verhilft der betriebliche Gleichstellungsbericht, die Forderungen des "Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes" (AGG) und der Gleichbehandlungsrichtlinien der EU zur Berichtspflicht über Status, Probleme und Erfolge von Gleichstellung einzulösen.

Die Erfahrungen wurden auf gewerkschaftlichen Bundeskonferenzen mit Betriebsräten und Personaldirektoren vorgestellt und diskutiert. Ergebnis dieser Konferenzen war der Wille und die Bereitschaft von Betrieben, von Betriebsräten und Personalverwaltungen, das Instrument "Betrieblicher Gleichstellungsbericht" zu nutzen.

Gleichbehandlung ist universelles Menschenrecht, nicht nur "Schönwetterpolitik". Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krise ist Gerechtigkeit in Gesellschaft und Betrieb ein wesentlicher Pfeiler, gesellschaftlichen Segmentierungen zu begegnen. Auf der betrieblichen Ebene heißt dies: Gerechtigkeit durch Gleichstellung in der Arbeit. Dazu tragen die betrieblichen Interessenvertretungen und die Unternehmen hohe Verantwortung.

Seit März 2010 wird das Modellvorhaben "Betrieblicher Gleichstellungsbericht" vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS) und der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds - ESF) gefördert.

Die Förderung des Projektes endete 2012. Unter dem Titel

"Betrieblicher Gleichstellungsbericht: Annäherung an ein Verfahren zur Gleichstellung in der Arbeit - Anregungen für die betriebliche Praxis"

sind die Ergebnisse des Projekts zusammengestellt.

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